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Science Fiction und Fantasy
Neuerscheinungen im Februar 1997
Sieben Heyne liegen vor mir auf dem Tisch. Darunter ist ein einziger Roman, der nicht
zu einem Zyklus bzw. einer Serie gehört. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich
dies positiv oder negativ sehe oder ob es mir egal ist. Nun habe ich wieder 4 Wochen Zeit um
die Romane zu lesen und hier meinen Kommentar abzulegen.
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John Maddox Roberts:
Conan das Schlitzohr (Conan the Rogue). Conan-Zyklus Band 47.
363 Seiten. TB Heyne 06/5437 Fantasy
Über die Qualität vieler Conan-Romane muß man nicht streiten. Es sind sicher einige erschienenen, die
die Publikation als Heft nicht verdient hätten. Bei diesem vorliegenden Roman möchte ich nicht so
hart urteilen. Dazu habe ich zuviel Sympathie für den Autor John Maddox Roberts, dessen SPQR-Romane beste
Unterhaltung darstellen. Daß Conan angeborene Schläue besitzt, war noch die Erfindung seines literarischen Vates
Robert E. Howard. Aber so schlau und intelligent wie in diesem Buch war er noch nie. Er ähnelt damit dem
Römer Decius Caecilius Metellus, Held der SPQR-Romane, außer daß dieser zu intelligent ist, um sich auf
Conans Schlägereien und Schlächtereien einzulassen. Aber Conan ist ja im Kampf unbesiegbar, während
Decius pro Buch (zur Zeit 6 Bände bei Goldmann TB) zweimal verprügelt wird.
In diesem Roman bringt er mehrere Verbrecherbanden, die sich eine Stadt geteilt haben, dazu, sich gegenseitig außer
Gefecht zu setzen. Maddox beschreibt dies auf ironische Art, er macht sich auch über (Möchtegern-)Magier
und -Religionen lustig. Am Ende ist Conan der Sieger und der Leser ist zufrieden.
Trotz aller Schwächen finde ich diesen 47. Conan durchaus akzeptabel.
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Michael Stackpole:
Abgefeimte Pläne (Malicious Intent). BATTLETECHTM Band 30.
394 Seiten. TB Heyne 06/5391 Science Fiction
Ich bin niemandem böse, der diese Serie bei Heyne ablehnt. Es ist schon sehr viel Militarismus und Gewalt
enthalten, wobei sich das von Autor zu Autor und Thema des Romans unterscheidet. In den ersten BattleTechTM-Romanen
war der Kampf zwischen den Kolossen zentrales Thema. Nach und nach kam der politische Machtkampf zwischen den
'Nachfolgerstaaten' hinzu, Beschreibungen von Kampfszenen nahmen ab (dazu w.o.). Im 10. Roman (Trilogie 'Blut der
Kerensky' vom gleichen Autor) wurden dann die Clans und deren Zivilisation eingeführt, die Serie gewann an
Farbigkeit, auch wenn das aus unserer Sicht doch sehr radikale und brutale System der Clans abstoßen mag.
Bei Serien gibt es immer den Gewöhnungseffekt; neue Romane lesen sich leicht, weil man ja das Umfeld schon
kennt und nicht erst eine neue, imaginäre Welt eines Autors verstehen muß.
Ein Zitat muß ich noch anbringen. Beim Lesen habe ich mir dies schon vorgenommen. Also: Die Khanin der Jadefalken
sagt auf Seite 350 im letzten Satz des Kapitels: 'Es sind glorreiche Aufgaben wie diese, die Krieger schafft und ihrem
Dasein Sinn einhaucht'. Es geht um die finale Auseinandersetzung der Story, die dann ..... Halt, verrate ich nicht. Aber
etwas anderes sei verraten und zwar der Plan, den Krieg auf die Heimatwelten der Clans zu tragen. Ich wage nicht
abzuschätzen, wieviele Romane diese Serie uns noch bringen wird. Dieser ist Durchschnitt, aber für den
BattleTechTM-Fan Pflicht. *** |
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Stephen R. Donaldson:
Der Schritt zur Macht: Ein dunkler hungiger Gott erwacht
(The Gap into Power: A dark and hungry God arises). Amnion-Zyklus Band 3.
751 Seiten. TB Heyne 06/5503 Science Fiction
Nun habe ich also den dritten Roman des neuen Zyklus von Stephen R. Donaldson geschafft. Diese 751 Seiten waren alles
andere als einfach zu lesen. Schon bei seinem ersten Zyklus über Thomas Covenant den Zweifler hatte ich so meine
Probleme, wird doch er, wie auch die Protagonisten des Amnion-Zyklus, vom Autor sehr schlecht behandelt. Thomas hatte
Lepra, war zum Helden denkbar ungeeignet und mußte trotzdem als solcher handeln.
In diesem dritten Roman des neuen Zyklus verzweigen sich die Handlungsfäden immer weiter und dies ist es, was den Zyklus
spannend macht. Weniger schön sind die Hauptpersonen, bei einigen von ihnen ist das Wort Mensch fehl am Platz. Sie
sind Bestien, kennen kein Recht und kein Gesetz, morden und vergewaltigen, verraten die Menschheit an den
außerirdischen Feind. Bis zu diesem Zeitpunkt ist noch kein Handlungsträger erschienen, mit dem ich mich als Leser
identifizieren könnte und trotzdem kam ich während der Lektüre nicht in Versuchung, das Buch auf die Seite zu legen.
Die Handlung ist zu spannend und interessant, erzählerisch hervorragend, und darum werde ich auch den 4. und 5.
Band verschlingen, auch wenn manches an den Protagonisten mich abstößt. ****
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Kristine Kathryn Rusch:
Fremde Einflüsse (Alien Influences).
460 Seiten. HC Heyne 06/5639 Science Fiction
'Einer der besten SF-Romane der 90er Jahre' verspricht der Verlag auf dem Einband. Der erfahrene Leser weiß, was
er von solchen Aussagen zu halten hat, nämlich gar nichts! Schlecht ist dieser Roman nicht, aber auch nicht bedeutend.
Ganz nett zu lesen, aber es fehlt das gewisse Etwas, das ein Buch heraushebt. Einen sehr guten Roman will ich nicht
mehr aus der Hand legen, ihn in einem Zug bis zum Ende lesen. Am Thema kann es hier nicht liegen, ist es doch auf seine
Art neu und gut ausgedacht. Also liegt es am Stil, an der Durchführung oder an der Übersetzung? Vielleicht
alles zusammen? Donaldson (s.o.) beschreibt fiese Typen in einem packenden, Rusch sympathische in einem
langweiligen Roman. Vielleicht ist langweilig ein bißchen hart, aber im Vergleich erscheint es mir angemessen. Trotzdem
ist 'Fremde Einflüsse' ein interessantes Buch. ***
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Jennifer Roberson:
Das Vermächtnis des Schwertes (Legacy of the Sword). Cheysuli-Zyklus Band 3.
526 Seiten. TB Heyne 06/5673 Fantasy
Ich hatte diesen Band noch nicht beendet, da lag schon der 4. vor mir. Entgegen meiner Gewohnheit die Neuheiten der
Nummer nach aufsteigend zu lesen, habe ich mir nach dem Ende des 3. sofort den 4. vorgenommen. Denn Jennifer Roberson
hat es auch schon bei diesem älteren Zyklus verstanden, gute Fantasy zu schreiben. Meine Anfangsfrage, wie es
wohl weiterginge, ist inzwischen beantwortet. Der Stab geht von Buch zu Buch an die nächste Generation weiter,
die Protagonisten werden dann Zug um Zug ausgewechselt. Einer ihrer Tricks ist, mit den Informationen sparsam umzugehen,
den Leser nicht zuzudecken, sondern peu a peu mitwachsen zu lassen.
Ich bin von diesem Zyklus mittlerweile überzeugt, er bietet 1a Lesefutter. Also **** mit Tendenz
nach oben. |
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Hans Joachim Alpers:
Flucht aus Ghurenia. Das Schwarze Auge Band 19. Die Piraten des Südmeeres 2. Teil.
297 Seiten, TB Heyne 06/6019 Fantasy
HJA gehört zu den deutschen SF+F-Autoren. Er vermag Romane der unterschiedlichsten Couleur zu schreiben
wie z.B. seine Trilogie "Deutschland in den Schatten", den deutschen Beitrag zu ShadowrunTM. Nun erscheint
von ihm eine weitere Trilogie, diesmal für die Spielewelt DSA. Von ihm erwarte ich mehr, als von anderen, noch
unbekannten Autoren des DSA-Welt und er macht seine Sache gut. Am Ende dieses 2. Bandes bin ich nicht sehr viel
schlauer als vorher und die offenen Fragen lassen einen interessanten 3. Band erwarten. Sein Stil ist spannend und
unterhaltend - was will ich mehr? *** |
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